Eigene Website oder Portal wie MyHammer, CHECK24 oder Blauarbeit?
Kurz gesagt
Portale können schnell erste Anfragen bringen, kosten aber laufend, je Anfrage oder als Monatsabo, und bei manchen bekommen mehrere Betriebe dieselbe Anfrage. Eine eigene Website mit Google-Profil kostet vor allem einmal den Aufbau, wirkt langsamer und bleibt dir. Beides lässt sich verbinden: das Portal als Zusatz, der eigene Auftritt als Grundlage.
Wie suchen Kunden heute einen Handwerker?
In einer Bitkom-Umfrage (1.004 Befragte, Anfang 2025) fragen 83 % Freunde, Familie oder Kollegen, 26 % schauen auf die Websites der Betriebe und 20 % nutzen Online-Plattformen wie MyHammer.2 Für 40 % ist eine fehlende Website ein Grund, einen Betrieb nicht zu wählen.2 Portale sind also ein Weg, aber nicht der einzige.
Was kosten Portale laut eigenen Angaben?
Die Portale rechnen unterschiedlich ab. Hier steht, was sie selbst schreiben, abgerufen am 27.10.2026.
| Portal | Kostenmodell laut Portal |
|---|---|
| CHECK24 Profis | Registrierung kostenfrei, keine monatliche Gebühr; Kosten „nur bei bestätigtem Interesse des Kunden“, Höhe je nach Dienstleistung, Auftragsvolumen und Marktsituation.3 |
| Blauarbeit | Abo „je nach Laufzeit ab 99 Euro pro Monat“; nach eigener Aussage ein fester Abo-Preis statt variabler Kontaktgebühren.4 |
| MyHammer | Preisangaben von MyHammer selbst konnte ich für diesen Vergleich nicht abrufen (Stand 27.10.2026), deshalb steht hier keine Zahl. Frag vor dem Start nach Monatsbeitrag, Laufzeit und weiteren Gebühren. |
Zum Vergleich: Ein Anbieter gekaufter Anfragen nennt für Heizung und Wärmepumpe 35 bis 150 € je Anfrage.5 Ein Vermittlungsportal schreibt, dass eine Anfrage an höchstens drei Fachbetriebe geht und im Schnitt jede zehnte zum Auftrag wird.6
Eigene Website oder Portal: der Vergleich
| Kriterium | Eigene Website mit Google-Profil | Portal mit Gebühr je Anfrage | Portal mit Monatsabo |
|---|---|---|---|
| So zahlst du | einmal für den Aufbau, danach Hosting und Pflege | je Kontakt oder bestätigtem Interesse | fester Betrag im Monat |
| Zahlst du ohne Auftrag? | keine Gebühr je Anfrage | ja, die Gebühr fällt an, bevor der Auftrag feststeht | ja, das Abo läuft unabhängig von Aufträgen |
| Wer bekommt die Anfrage noch? | niemand, sie kommt direkt zu dir | je nach Portal weitere Betriebe | je nach Portal weitere Betriebe |
| Wie schnell kommen Anfragen? | langsamer, Profil und Seiten brauchen Zeit | kann nach der Freischaltung schnell gehen | kann nach der Freischaltung schnell gehen |
| Was bleibt, wenn du aufhörst? | Website, Profil und Google-Bewertungen | was die Bedingungen des Portals regeln | was die Bedingungen des Portals regeln |
| Wer macht die Regeln? | du, beim Profil zusätzlich Google | das Portal | das Portal |
| Dein Aufwand | einmal Fotos und Infos liefern, danach um Bewertungen bitten | schnell antworten, Angebote schreiben | auf Anfragen reagieren, Angebote schreiben |
Hinweis: Auffinda baut eigene Auftritte und ist damit selbst Anbieter in diesem Vergleich.
Bringt eine eigene Website überhaupt Anfragen?
Nur, wenn man sie findet. In meiner Messung zeigte Google in allen 24 Suchen über den normalen Treffern einen Kartenblock mit drei einzelnen Betrieben; darunter stand in 11 von 24 Suchen ein Portal oder Verzeichnis auf dem ersten Platz.7 ChatGPT empfahl in derselben Messung nie ein Portal, sondern immer einzelne Betriebe. Ein Durchlauf mit 24 Suchen, also ein Hinweis, kein Beweis.7
Sieben Wege zu mehr Anfragen über Google
Lohnt sich MyHammer oder ein anderes Portal für dich?
Das zeigt deine eigene Rechnung, nicht das Portal. Nimm drei Monate: Was hast du gezahlt, wie viele Anfragen kamen, wie viele wurden Aufträge, und was blieb davon übrig? Geht die Rechnung auf, ist das Portal ein guter Zusatz. Geht sie nicht auf, ist der eigene Auftritt die Grundlage, die du nicht für jede Anfrage neu bezahlst.
Was kostet dich ein Auftrag über ein Portal?
Die Formel: Kosten je Auftrag = Portalkosten im Zeitraum ÷ Aufträge, die daraus wurden. Teilst du das Ergebnis durch deinen durchschnittlichen Auftragswert, siehst du, welchen Anteil das Portal von jedem Auftrag bekommt.
Rechenbeispiel mit angenommenen Zahlen
Alle Werte sind angenommen. Sie sind keine Messung und keine Preise eines bestimmten Portals.
- Portalkosten: angenommen 300 € im Monat, also 900 € in drei Monaten
- Anfragen: angenommen 10 im Monat, also 30 in drei Monaten
- daraus Aufträge: angenommen 2 im Monat, also 6 in drei Monaten
- durchschnittlicher Auftragswert: angenommen 2.000 €
Rechnung: 900 € ÷ 6 Aufträge = 150 € je Auftrag. 150 € ÷ 2.000 € = 7,5 % des Auftragswerts. Je Anfrage sind es 900 € ÷ 30 = 30 €.
Ob das für dich viel oder wenig ist, hängt von deinem Gewerk und deiner Marge ab. Wichtig ist, dass du deine eigene Zahl kennst. Was in deinem Gewerk zu mehr Anfragen ohne Gebühr führt, steht zum Beispiel auf den Seiten für Dachdecker und Sanitär und Heizung.
Rechne mit deinen Zahlen
Voreingestellt sind die angenommenen Werte aus dem Beispiel oben. Trag deine eigenen Zahlen aus den letzten Monaten ein. Der Rechner speichert und sendet nichts.
- Kosten je Anfrage
- Kosten je Auftrag
- Anteil am Auftragswert
Formel: Kosten je Auftrag = Portalkosten ÷ Aufträge. Anteil am Auftragswert = Kosten je Auftrag ÷ Auftragswert.
Fragen ans Portal vor dem Vertrag
- Wie lange läuft der Vertrag, und welche Kündigungsfrist gilt?
- Was kostet ein Kontakt oder eine Anfrage, und wann genau wird die Gebühr fällig?
- Wie viele Betriebe bekommen dieselbe Anfrage?
- Kannst du Bewertungen und Kundenkontakte mitnehmen, wenn du kündigst?
- Kommen weitere Kosten dazu, etwa für ein Startpaket oder eine Hervorhebung?
- Kannst du Gebiet und Leistungen so eingrenzen, dass nur passende Anfragen kommen?
Für wen passt was?
- Portal passt, wenn du schnell Aufträge brauchst, freie Kapazität hast, Anfragen schnell beantworten kannst und die Gebühren in deiner Rechnung Platz haben.
- Eigene Website mit Google-Profil passt, wenn du Kunden aus deiner Region willst, dir Aufträge aussuchen möchtest und weniger von Gebühren je Anfrage abhängen willst.
- Beides zusammen passt, wenn du jetzt Auslastung brauchst und nebenbei etwas Eigenes aufbauen willst.
Alle Wege im Überblick: Welche Wege gibt es?
Kunden gewinnen als Handwerker: alle acht Wege im Vergleich
Was heißt das für deinen Betrieb?
Wie du heute bei Google, in Maps und in ChatGPT neben Portalen und anderen Betrieben dastehst, zeige ich dir im kostenlosen Check, mit Screenshots und drei Punkten.
Häufige Fragen
Lohnt sich MyHammer für Handwerker?
Das zeigt nur deine eigene Rechnung: Kosten aus drei Monaten geteilt durch die Aufträge, die daraus wurden. Preisangaben von MyHammer selbst konnte ich für diesen Vergleich nicht abrufen (Stand 27.10.2026). Frag vor dem Abschluss nach Monatsbeitrag, Laufzeit und zusätzlichen Gebühren.
Zahle ich bei CHECK24 auch, wenn kein Auftrag zustande kommt?
Laut CHECK24 entstehen Kosten bei bestätigtem Interesse des Kunden.3 Die Gebühr fällt also an, bevor feststeht, ob du den Auftrag bekommst.
Muss ich das Portal kündigen, wenn ich eine eigene Website habe?
Nein. Portale können ein guter Kanal sein. Ziel ist, dass mehr Anfragen direkt bei dir ankommen, ohne Gebühr pro Anfrage.
Was passiert mit meinen Bewertungen auf einem Portal?
Sie stehen auf der Plattform des Portals, und was nach einer Kündigung damit passiert, regeln dessen Bedingungen. Lies das vor dem Start nach. Google-Bewertungen hängen an deinem Google-Profil, das du selbst verwaltest.
Und bei deinem Betrieb?
Wo du heute stehst und was es bei dir braucht, zeige ich dir im kostenlosen Check: mit Screenshots und drei klaren Punkten.
Quellen 7
- Google Maps, Profil „byjemayn Studio“, Stand 26.09.2026.früheres Geschäft von Jemayn Büßen
- Bitkom Research, Handwerkersuche: Persönliches Gespräch schlägt Infos im Netz (n = 1.004), 12.06.2025.
- CHECK24 Profis, Für Handwerker (Registrierung kostenfrei, keine monatliche Gebühr, Kosten „nur bei bestätigtem Interesse des Kunden“), abgerufen 27.10.2026.Angaben des Portals
- Blauarbeit, Blauarbeit oder MyHammer und Co.: unsere Antworten auf häufige Fragen (Abo „je nach Laufzeit ab 99 Euro pro Monat“), abgerufen 27.10.2026.Angaben des Portals
- Anfragenfluss, Beitrag zu Lead-Kosten im Handwerk je Gewerk (u. a. SHK/Heizung 35 bis 120 €, Wärmepumpe 40 bis 150 € pro Lead), 22.07.2026.Angaben eines Lead-Anbieters
- Aroundhome, Partner werden (Festpreis pro Anfrage, „maximal zwei Mitbewerbende“ je Anfrage, „Im Durchschnitt wird aus jeder zehnten Anfrage ein Auftrag“), abgerufen 27.10.2026.Angaben eines Portals
- Eigene Messung, Wer wird gefunden? Lokale Sichtbarkeit in Bremen, Oldenburg und Osnabrück 2026, gemessen am 02.10.2026.120 bei Google sichtbare Betriebe aus 8 Branchen, 24 Suchen, ein Durchlauf, nicht repräsentativ
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Emilie H.Nageldesign, Website + Google-Profil
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Jannis L.Markenbild + Website-Konzept
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